Nein, wir haben nicht vergessen, da oben einen richtigen Titel einzufügen. Das Spiel heisst tatsächlich so. Und das ist nicht das einzig Sonderbare. Der Soundtrack zum Spiel heisst übrigens PPPPPP.
VVVVVV ist quasi der Gegenentwurf zu den Produktionen der Unterhaltungsindustrie. Ganz ähnlich wie ein Indie-Film sich von Hollywood-Produktionen unterscheidet, verhält sich dieses Game zu den aufwendig produzierten, aber oft wenig originellen Erzeugnissen der grossen Spielehersteller. Das Spiel wurde von einem gewissen Terry Cavanagh praktisch im Alleingang produziert. Die Grafik ist gelinde gesagt minimalistisch – sie erinnert an den Commodore 64. Man braucht aber kein PC-Nostalgiker zu sein, um das Suchtpotenzial des Spiels zu entdecken. Es ist zeitlos.
Als hellblaues Pixelmännchen Captain Viridian bewegt man sich im Labyrinth einer höchst merkwürdigen Raumschiffstation, auf der Suche nach den anderen fünf Teammitgliedern, deren Namen ebenfalls mit einem V beginnen. Dabei kann man sich mit zwei Tasten hin- und herbewegen. So weit, so langweilig. Nun aber das Besondere: Die Figur gehorcht zwar den Gesetzen der Schwerkraft, klebt also am Boden – jedoch kann sie mit der V-Taste (alternativ auch Space, S, W, Z oder senkrechte
Pfeile) an die Decke wechseln und dort kopfüber weitermarschieren. Springen kann sie nicht. Durch diese Umdrehung der Schwerkraft werden Hindernisse überwunden. Der Wechsel vom Boden zur Decke oder zurück geschieht so schnell, dass man keine Zeit hat, spontan zu reagieren. Man muss im Voraus wissen, was man tut.
Viridian stirbt dabei buchstäblich Tausend Tode, was aber den Spielspass nicht mindert. Denn durch zahlreiche Spieleinstiegspunkte kann man sofort am selben Ort weiterfahren, und das unendlich oft. Mehrmaliges Scheitern hintereinander bewirkt keinen Frust und keine Wutanfälle, sondern steigert nur den Ehrgeiz, diese Knacknuss schaffen zu wollen. Das hat auch damit zu tun, dass es kaum vom Glück abhängig ist, ob man weiterkommt. Es geht darum, das richtige Vorgehen herauszufinden, und dann das Timing so zu perfektionieren, dass es klappt.
Von der C64-Grafik darf man sich nicht täuschen lassen. Die Level sind recht gross, abwechslungsreich, komplex und schwierig. So flippt man sich über schwebende Plattformen, die sich teilweise auflösen, Schwerkraft-Inversionsebenen, über rollende Böden und durch Teleporter. Mit einer gesunden Portion Masochismus ist der Spielspass während Stunden garantiert.
Das
Game gibts für Mac und Windows, es kostet etwas über 5 Franken. Es ist auch über Stream erhältlich. Eine
Demo-Version kann mit Flash direkt im Browser gespielt werden. Sie enthält die ersten zwei Level komplett.