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CES 2010: 3D-Heimkino und TV total

Die wichtigsten Elektronikhersteller werden noch in diesem Jahr Geräte fürs 3D-Heimkino auf den Markt bringen. Ausserdem wird der TV immer mehr zum Computer und löst den PC in gewissen Bereichen ab.
blue_quad von David Lee (08.01.2010)

Wie schon an der IFA ist 3D-Heimkino auch an der CES 2010 das Thema schlechthin. Im Unterschied zu früher werden die Besucher aber nicht mehr bloss mit Konzepten und Demo-Protoypen ohne konkrete Bestimmung abgespeist. Im Lauf dieses Jahres werden verschiedene Hersteller fertige Geräte im Bereich 3D in die Ladenregale bringen.

Toshiba lancierte an der CES den 3D-Fernseher Cell Regza, der im Herbst 2010 auf den Markt kommen soll. LG bringt mit dem CF3D ersten 3D-fähigen Full-HD-Projektor heraus. Sharp setzt im 3D-Bereich auf einen TV mit integriertem Blu-ray-Player. Samsung bringt den Fernseher LCD 750, den 3D-Blu-ray-Player BD 6900 und auch einen 3D-Plasmabildschirm, den PDP 7000, der nur 1,4 Zoll dick ist. Damit es auch passende Filme für die Geräte gibt, hat Samsung Dreamworks und Technicolor als Partner gewinnen können.

Panasonic bringt gar einen 3D-Camcorder heraus, mit dem selbst plastische Filme gedreht werden können. Auch sonst setzt Panasonic voll auf 3D-Video: Der Plasmafernseher Full HD 3D Viera wird in vier Grössen erhältlich sein, es wird einen 3D-Blu-ray-Player geben, und – ganz erstaunlich – 3D-Fernsehen in Full HD, unter anderem mit den Sendern CBS, MTV, Fox Sports und NBC. Diese Ankündigung bezog sich allerdings auf die USA, wo die Firma DirectvTV die entsprechenden Inhalte per Satellit liefert. Ausserdem betont Panasonic auch oft und gerne, dass sie nicht einfach einen 2D-Fernseher umgemodelt, sondern eine grundlegend neue Technologie entwickelt haben. Diese ermöglicht eine doppelt so hohe Frequenz wie bei normalem Full HD, sodass für jedes Auge getrennt immer noch die üblichen 50 bzw. 60 Hz erreicht werden.
Verkaufsmasche oder Zukunftsvision?
Viele Journalisten und Anwender zeigen sich noch skeptisch gegenüber dem 3D-Trend. Es sind in jedem Fall Brillen nötig, was den Komfort einschränkt (seitlich auf dem Sofa liegen geht nicht). Brillenträger ärgern sich über Reflexionen in der Doppelverglasung. Und natürlich müssen viele neue Geräte gekauft werden. Die Hersteller geben sich aber sehr optimistisch und werfen mit fantastischen Wachstumsprognosen um sich. Grund für diesen Optimismus scheint der grosse Erfolg von 3D im Kino zu sein. Von den zehn bestbesuchten Filmen im vergangenen Jahr seien vier dreidimensional gewesen, hiess es an der Pressekonferenz von Samsung.

Interessant ist, dass zumindest einige dieser 3D-Monitore auch ein 2D-Bild in Echtzeit in 3D umwandeln können. Mithilfe komplexer Bildanalysen wird die Distanz verschiedener Objekte berechnet. Denn die High-End-Fernseher der neusten Generation sind voll ausgewachsene Computer. Im Cell TV von Toshiba, der auch nach Europa kommen soll, befindet sich ein Prozessor mit 8 Kernen und 3,2 GHz. Das Gerät verfügt damit über eine Rechenleistung von 200 Gigaflops.
Der TV als der gemütlichere PC
Das führt direkt zum zweiten Trend bei den Fernsehern: Diese werden dem PC zunehmend einige Stammgebiete streitig machen. Internetanschluss und ausgewählte Webapplikationen gibts ja schon seit einiger Zeit; dieser Bereich soll in Zukunft viel grössere Bedeutung erhalten. Wie bei den Smartphones werden Apps zunehmend bei Fernsehern Einzug halten, so zumindest sehen es Hersteller wie Samsung vor. Mit den Fernsehern der Reihe Panasonic Viera Plasma V und LG-Fernseher mit NetCast-Funktion kann man in Zukunft auch skypen. Das ist auf dem Fernseher vor allem sinnvoll bei Videotelefonie. In Zukunft könnte also zu Hause die zentrale elektronische Schaltstelle nicht mehr der PC, sondern der Fernseher sein. Das war er ja früher auch schon mal.

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