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Schweizer Digital-TV ohne Settop-Box

Cablecom bietet ab Juni die Möglichkeit, das digitale TV-Angebot auch ohne Zwang zur Settop-Box zu nutzen. Ob dies ein Schritt zu mehr Freiheit für die Kunden ist, bleibt trotzdem fraglich.
blue_quad von David Lee (10.03.2010)
Die DigiCard besteht aus Karte und Steckmodul
vergrößenDie DigiCard besteht aus Karte und Steckmodul
Ab Juni 2010 bietet Cablecom die sogenannte DigiCard an. Gegen den einmaligen Betrag von 99 Franken erhält man eine Karte, die in Fernsehern mit DVB-C-Empfänger und CI+-Schnittstelle eingesteckt werden kann. Eine eigene Settop-Box ist damit nicht mehr nötig.

Die Settop-Box kann weiterhin gemietet werden. Das kostet in Zukunft nur noch 4 Franken pro Monat statt bisher 6 Franken, allerdings wird auch das Programmangebot von 110 Sendern auf 55 reduziert.. Ausserdem verteuert Cablecom den Grundanschluss um 70 Rappen auf Fr. 23.20.
Problemfall CI+
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kämpft seit Langem gegen den Zwang zur Cablecom-eigenen Settop-Box. Obwohl diese nun fällt, zeigt sich die SKS in einer Stellungnahme insgesamt nicht zufrieden mit dem Resultat. Denn anders als bei einer unverschlüsselten Übertragung könnte die Digicard sogar noch mehr Einschränkungen bringen als die Settop-Box. Grund ist die Bindung an die Schnittstelle CI+. Dieses System ermöglicht den Sendern – im Gegensatz zum bisherigen CI – eine umfassende Kontrolle über das Zuschauerverhalten. So kann das Vorspulen von Werbeblöcken sowie die Aufnahme oder die zeitversetzte Wiedergabe einer Sendung unterbunden werden. Zudem wird CI+ nur von neuen Fernsehgeräten unterstützt; eine Neuanschaffung ist in den meisten Fällen erforderlich. Damit erfüllt Cablecom lediglich die Mindestanforderungen des momentanen Gesetzesentwurfs.

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