IFA 2009 - erste Eindrücke
Die ersten Eindrücke an der IFA 2009 waren vom TV-Bereich dominiert. LED-Fernseher werden standard, 3D-Fernseher kommen, und vielleicht irgendwann sogar Vierfach-HD.
Die IFA (Abkürzung für den herrlich altmodischen Namen "Internationale Funkausstellung" in Berlin ist die weltgrösste Messe für herrlich moderne Unterhaltungselektronik. Daneben werden auch Haushaltgeräte gezeigt, wobei sich die beiden Kategorien in der heutigen digitalen Welt immer mehr vermischen. Philips beispielsweise präsentierte dieses Jahr eine neue Version ihres "Lichtweckers" (Wake-up Light HF3490), in welche auch ein iPod-Dock integriert ist. Dieses Jahr sind trotz Weltwirtschaftskrise weit über 1000 Aussteller vertreten, darunter die meisten grossen Elektronikkonzerne. Für Privatpersonen dauert die Messe vom 4. bis zum 9. September, der Eintritt kostet 14 Euro (ermässigt 10 Euro).
Sehr viel tut sich auch dieses Jahr bei den Fernsehern. LED-Technik ist gross im Kommen, und obwohl es sich dabei nur um eine neue Hintergrundbeleuchtung für LCD-Fernseher handelt, ist es wohl das meistdiskutierte Thema. Das ganze ist relativ kompliziert, weil man unterscheiden muss zwischen Backlight- oder Hintergrund-LED und Edge- oder Rahmen-LED. Beide Technologien ermöglichen es, LCD-Fernseher bedeutend energiesparender zu machen. Rahmen-LED erlaubt zudem extrem schmale Bauformen. Diese Technik wird immer mehr auch in Notebooks verwendet, um die Akkulaufzeit zu erweitern. Hintergrund-LED ist deutlich teurer, bietet aber auch einen deutlich besseren Kontrast. Samsung setzt auf Rahmen-LED, während beispielsweise Sharp, oder LG auf Backlight-LED fokussieren. Philips hat beide Technologien im Sortiment und nennt das Rahmen-LED einfach LED, das Backlight-LED hingegen LED pro. Die Zahl der Felder, die Hintergrund-LED separat ansteuern kann (und damit den Kontrast erhöht), wächst ständig. Neu ist auch, dass auch Backlight-LEDs inzwischen superdünn gebaut werden können. Allerdings sind diese Fernseher im Moment noch sehr teuer.
Daneben wird auch viel gesprochen über 3D-Video. Die ersten Bildschirme sind marktreif, die 3D ohne Brille darstellen können. Fujifilm integriert einen solchen Bildschirm in eine 3D-Kamera mit zwei Objektiven, von der Westschweizer Firma FreeD Vision gibt es einen portablen Monitor. Allerdings wirkt die räumliche Illusion nur, wenn man in einem bestimmten Winkel zum Bildschirm sitzt und den Kopf still hält. Philips zeigt einen Protoypen des Cinema 21:9-Bildschirms, der 3D darstellt - winkelunabhängig, dafür mit Brille. Gleichzeitig ist ein Prototyp eines Blu-ray-Players zu sehen, der 3D-Filmmaterial an den Monitor übergibt. Andrea Ragnetti, CEO von Philips Consumer Lifestyle, äusserte sich an der Pressekonferenz vorsichtig: "Wir wissen, wie man 3D macht, aber der Markt muss zuerst dafür bereit sein. Es gibt noch keinen Markt für Filme, und es ist nicht klar, ob die Leute das überhaupt so wollen." Auch Sony, Samsung und Panasonic präsentieren an der IFA 3D-Videotechnologie.
Ebenfalls noch Zukunftsmusik ist Quad HD, eine Erhöhung der Auflösung von TV-Fernsehern. Diese böten vier mal mehr Pixel als ein Full-HD-Bildschirm. Auch hier fehlt es an Filmmaterial - die einzige derzeit mögliche Anwendung wäre die Präsentation von Fotos. Entsprechende Geräte befinden sich aber bereits in Entwicklung.
Als weiteres Trendthema ist sicherlich der Umweltschutz zu nennen. Immer häufiger wird nicht mit zusätzlichen tollen Funktionen, sondern mit weniger Energieverbrauch oder rezykliertem Material geworben. Das Phänomen geht quer durch alle Bereiche, sei es TV, Handy oder Computer. Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass in vielen Fällen die wichtigsten Wünsche der Käufer bereits umgesetzt worden und neue Funktionen oft nur eine minimale Verbesserung darstellen.


