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Test: Zoom Q3HD

Was macht ein Kamerahersteller in Zeiten, in denen jedes Handy filmen kann? Er konzentriert sich natürlich auf den Ton.
blue_quad von Klaus Zellweger (04.01.2011)
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Die Zoom Q3HD wirkt äusserlich wie ein Diktiergerät. (Nicht ganz zu Unrecht, wie wir später sehen werden.) Die Kamera zeichnet in drei verschiedenen Auflösungen auf. Im besten Fall werden Filme in Full HD gedreht, also mit einer Auflösung von 1080p. Dabei werden wahlweise 25 oder 30 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet, je nachdem, ob in den Einstellungen PAL oder NTSC als Fernsehnorm gewählt wurde. Alternativ lassen sich Filme auch in 720p oder mit 848 x 480 Pixeln aufzeichnen – für YouTube-Videos reicht das alleweil. Aufgezeichnet wird mit einer Bitrate von rund 10 Mbit pro Sekunde, weniger sollten es bei Full-HD-Filmen auch nicht sein. Damit passen auf die mitgelieferte SD-Karte mit 2 GB knapp 24 Minuten Film in der besten Bild- und Tonqualität. Darüber hinaus bietet das Kameramodul ausserdem einen 4-fach-Zoom, wobei jedoch das Bild lediglich digital vergrössert wird – und das geht wiederum zulasten der Qualität.
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Videos
Bei den Anschlüssen wurde nicht gegeizt. Neben der Öffnung für die SD-Karte bietet die Kamera auch einen analogen Fernseherausgang, eine HDMI-Buchse, Ein- und Ausgänge für den Ton und sogar ein integriertes USB-Kabel.
Die Handhabung
Die Handhabung präsentiert sich vorbildlich einfach. Über ein zugängliches Menü werden die verschiedenen Einstellungen getätigt, Filme betrachtet oder gelöscht. Die Aufzeichnung wird über eine grosse, griffige Taste gestartet und gestoppt. Der Funktionsumfang bleibt dabei übersichtlich, denn es fehlen die Möglichkeiten, um Filme direkt am Gerät zu editieren. Wie bei so vielen Kameras heutzutage wurde auch bei der Q3HD der optische Sucher weggelassen; stattdessen wird das Bild direkt auf dem Display kontrolliert.
Der Ton
Das Argument schlechthin für diese Kamera liefert jedoch das integrierte Stereo-Mikrofon, das am oberen Ende demonstrativ in zwei verschiedene Richtungen blickt. Es zeichnet den Ton in einer Qualität auf, die sich auch hinter ausgewachsenen Camcordern nicht zu verstecken braucht. Unverständlicherweise müssen für die volle Qualität jedoch zuerst die Kameraeinstellungen geändert werden, damit die maximale Bitrate ausgeschöpft wird. Tatsächlich liefert das Mikrofon einen plastischen räumlichen Eindruck, der nicht zuletzt bei hektischen Szenen mit mehreren Tonquellen massgeblich dazu beiträgt, dass sich der Zuschauer besser orientieren kann. Hier hebt sich die Kamera weit von den Kameramodulen in Handys oder anderen kompakten Camcordern ab.
Die Mikrofone werden demonstrativ zur Schau gestellt
Die Mikrofone werden demonstrativ zur Schau gestellt
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Doch nicht nur die Videos profitieren vom Mikrofon. In den Einstellungen lässt sich die Videofunktion deaktivieren, sodass nur noch der Ton ausgezeichnet wird. Auf diese Weise wird die Q3HD zu einem praktischen, hochwertigen Diktiergerät. Die Dateien werden dabei im MP4-Audioformat aufgezeichnet und zusammen mit den Filmen auf der Speicherkarte abgelegt.
Die Software
Die mitgelieferte Software für Mac und Windows ist mit wenigen Worten umschrieben: unintuitiv, unbrauchbar, ein Trauerspiel. Mac-Anwender sind dabei noch im Glück, weil sich das von Apple mitgelieferte iMovie problemlos mit den Dateien versteht. Windows-Anwendern bleibt jedoch nichts anderes übrig, als sich auf eigene Faust nach einer Alternative umzusehen, die sich mit Filmen im MP4-Format (H.264) verträgt. Zum Glück hat sich dieses Format unterdessen weitgehend etabliert, auch wenn bei einigen Anwendungen vorher Apples QuickTime installiert werden muss.
Unbrauchbar: die mitgelieferte Software für Mac und Windows
Unbrauchbar: die mitgelieferte Software für Mac und Windows
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Fazit: Die Zoom-Kamera Q3HD überzeugt durch ihre einfache Handhabung und vor allem durch den brillanten Stereo-Ton. Die Bildqualität kann sich sehen lassen, auch wenn die Pixel im Dämmerlicht ein wenig zuschmieren. Die Software spottet hingegen jeder Beschreibung, doch wer bereit ist, nach einer Alternative zu suchen, findet in der Zoom Q3HD einen interessanten Begleiter für die Freizeit und für Reportagen.

 Klaus Zellweger 



PRODUKTINFOS

Zoom Q3HD

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ProStereo-Ton, Handhabung, Anschlüsse
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ContraSoftware unbrauchbar
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Details: Für Windows und Mac
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Preis: Fr. 350.–
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